Jena, 03. April 2026. Am 11. April 1945 wurden rund 4.000 Häftlinge des KZ Buchenwald auf einem Todesmarsch durch Jena getrieben. Die Stadt gedenkt auch in diesem Jahr der Opfer und rückt dabei die Geschichte der systematischen NS-Zwangsarbeit in den Fokus.
- Was: Gedenkveranstaltung und Einweihung einer Informationsstele zur NS-Zwangsarbeit
- Wann: Freitag, 10. April 2026, um 16:00 Uhr
- Wo: Robert-Büchler-Weg, Jena (Standort eines ehemaligen NS-Zwangsarbeitslagers)
- Redner: Jens-Christian Wagner (Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora)
Gedenken an das dunkelste Kapitel der Stadtgeschichte
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, kurz vor dem Eintreffen der US-amerikanischen Truppen, räumte die SS das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Tausende völlig entkräftete Häftlinge wurden auf sogenannten Todesmärschen durch das Thüringer Umland, darunter auch das Stadtgebiet von Jena, getrieben. Viele Menschen überlebten diese extremen Strapazen nicht und fielen den letzten Verbrechen der Nationalsozialisten zum Opfer. Wie in jedem Jahr hält die Stadtverwaltung die Erinnerung an diese Ereignisse wach.
Fokus auf Ausbeutung von Zwangsarbeitern
Vertiefend wird in diesem Jahr ein weiterer Aspekt der NS-Diktatur in den Vordergrund gestellt: Die massenhafte Ausbeutung von Zwangsarbeitern in Jena. Um die teils unsichtbar gewordenen historischen Spuren im heutigen Stadtbild wieder sichtbar zu machen, wird am Freitag, den 10. April, um 16:00 Uhr eine neue Informationsstele eingeweiht.
Die Veranstaltung findet direkt am Robert-Büchler-Weg statt, dem Standort eines ehemaligen NS-Zwangsarbeitslagers. Als Hauptredner wird Jens-Christian Wagner, der Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, zu den Anwesenden sprechen und die historischen Zusammenhänge einordnen.
Hintergrund: Rüstungsindustrie und Zwangsarbeit in Jena
Jena entwickelte sich während des Zweiten Weltkriegs durch die ansässigen Großbetriebe, insbesondere der optischen Industrie und Glasherstellung (Zeiss und Schott), zu einem zentralen Rüstungsstandort des Deutschen Reiches. Um die kriegswichtige Produktion aufrechtzuerhalten, wurden Tausende zivile Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge in der Stadt eingesetzt. Sie waren in über das gesamte Stadtgebiet verteilten Barackenlagern untergebracht und mussten unter oft unmenschlichen Bedingungen arbeiten.
Der Robert-Büchler-Weg selbst erinnert an den Buchenwald-Überlebenden Robert Büchler, der im Kindesalter in das Konzentrationslager verschleppt wurde. Er überlebte auch die Todesmärsche und setzte sich nach dem Krieg zeitlebens unermüdlich für das Gedenken an die Opfer des Holocaust und die historische Aufarbeitung ein.
Quelle:
Erinnerungen an Todesmarsches durch Jena
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