50 Jahre Foto-Klub Jena ’78: Jubiläums-Werkschau im Thüringer Landtag

Eine besondere Ehrung für die Jenaer Amateurfotografie: Zum 50-jährigen Bestehen des „Foto-Klub Jena ’78 e.V.“ öffnet der Thüringer Landtag in Erfurt seine Türen für eine umfassende Werkschau. Was einst in den Werkshallen des Kombinats Carl Zeiss begann, hat sich über fünf Jahrzehnte zu einer festen Institution im Jenaer Kulturleben entwickelt. Die Ausstellung beleuchtet den künstlerischen Werdegang des Vereins von der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie der DDR-Zeit bis hin zur modernen digitalen Bildbearbeitung.

Kurz & Knapp: Die Ausstellung

  • Titel: Werkschau des Foto-Klub Jena ’78 e.V.
  • Ort: Thüringer Landtag (Hochhaus), Jürgen-Fuchs-Straße 1, Erfurt
  • Laufzeit: 11. März bis 25. Mai 2026
  • Öffnungszeiten: Täglich 8 bis 18 Uhr (außer an Plenartagen)
  • Eröffnung: 10. März, 17 Uhr (durch Dr. Thadäus König)
  • Eintritt: Frei

Jena/Erfurt. Wenn am 10. März Landtagspräsident Dr. Thadäus König die Ausstellung offiziell eröffnet, blickt der Verein auf ein halbes Jahrhundert Geschichte zurück. Die gezeigten Werke sind dabei mehr als nur ästhetische Momentaufnahmen; sie sind auch Zeitzeugen der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung in Jena und Thüringen.

Vom „Fotozirkel Block 10“ zur festen Vereinsgröße

Die Wurzeln des Klubs liegen tief in der Jenaer Industriegeschichte. Gegründet wurde die Gemeinschaft im Jahr 1976 unter dem Namen „Fotozirkel Block 10“ als Betriebsgruppe des VEB Carl Zeiss Jena. Solche Betriebszirkel waren in der DDR ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen Massenarbeit und boten den Werktätigen nicht nur einen kreativen Ausgleich, sondern oft auch Zugang zu hochwertiger Technik und Laboren, die privat schwerer zu beschaffen waren. Gerade in Jena, der Stadt der Optik, war der Anspruch an die fotografische Qualität traditionell hoch.

Nach der politischen Wende und der Umstrukturierung des Kombinats stand auch der Zirkel vor einer Zäsur. Im Jahr 1993 erfolgte die Neugründung als eingetragener Verein unter dem heutigen Namen. Trotz der gesellschaftlichen Umbrüche gelang es den Mitgliedern, den Kern ihrer Leidenschaft zu bewahren und den Verein in die neue Zeit zu überführen.

Bandbreite: Zwischen Tradition und Experiment

Die im Landtag präsentierte Auswahl spiegelt die Vielfalt der Mitglieder wider. Laut Ankündigung widmet sich der Klub der Fotokunst in ihrer „gesamten Bandbreite“. Besucher können sich auf einen spannenden Dialog zwischen den Generationen und Techniken freuen:

  • Klassisch vs. Experimentell: Neben klassischer Landschafts- und Porträtfotografie werden auch abstrakte und experimentelle Arbeiten gezeigt.
  • Analog vs. Digital: Während einige Mitglieder die Tradition der Dunkelkammer und des analogen Films hochhalten, nutzen andere die Möglichkeiten der modernen Digitalfotografie und Bildbearbeitung.

Diese Mischung macht den Reiz der Ausstellung aus. Sie zeigt, dass Amateurfotografie weit mehr ist als das bloße Knipsen von Urlaubsbildern – es ist eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Licht, Komposition und dem erzählerischen Moment.

Hinweise für Besucher aus Jena

Für Interessierte aus Jena bietet sich die Ausstellung als idealer Tagesausflug in die Landeshauptstadt an. Die Schau ist im Hochhaus des Thüringer Landtags zu sehen. Wichtig für die Planung: An Plenartagen, an denen das Parlament tagt, ist die Ausstellung für die Öffentlichkeit in der Regel nicht zugänglich. Es empfiehlt sich daher ein Blick auf den Sitzungskalender des Landtags vor der Anreise.

Der Eintritt ist kostenfrei. Ein wichtiger organisatorischer Hinweis betrifft Wochenendbesuche: Wer die Ausstellung am Samstag oder Sonntag besichtigen möchte, wird gebeten, seinen Besuch vorab beim Landtag anzumelden. Dies dient der Sicherheit und der Koordination des Besucherverkehrs im Parlamentsgebäude.

Fazit

Die Einladung in den Thüringer Landtag ist eine bedeutende Würdigung für das ehrenamtliche Engagement der Jenaer Fotografen. Sie unterstreicht, dass kulturelle Bildung und künstlerisches Schaffen oft an der Basis – in Vereinen und Zirkeln – beginnen und einen wertvollen Beitrag zur Identität einer Region leisten. Wer Fotografie liebt und ein Stück Jenaer Vereinsgeschichte erleben möchte, sollte sich den Zeitraum März bis Mai vormerken.


Quellen:
Original
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.