Paukenschlag im Paradies: FC Carl Zeiss Jena will Hausrecht im Stadion an die Stadt abgeben

Das Wichtigste in Kürze:

  • Überraschender Vorstoß: Der FC Carl Zeiss Jena plant, das Hausrecht im Ernst-Abbe-Sportfeld an die Stadtverwaltung zu übertragen.
  • Sicherheitsaspekt: Durch den Schritt könnten behördliche Maßnahmen bei Risikospielen effektiver umgesetzt werden.
  • Hintergrund: Die Diskussion um Sicherheit und Verantwortung im neu gebauten Stadion in der Oberaue erhält damit eine neue Dimension.

Jena (14.01.2026) – Es ist eine Nachricht, die in der Sportstadt Jena für Aufsehen sorgt und die administrativen Abläufe im Herzen der Oberaue grundlegend verändern könnte: Der FC Carl Zeiss Jena hat signalisiert, das Hausrecht im Ernst-Abbe-Sportfeld (EAS) an die Stadt Jena abtreten zu wollen. Dies berichtet der MDR unter Berufung auf aktuelle Entwicklungen im Umfeld des Vereins.

Strategischer Schachzug in der Oberaue?

Das Ernst-Abbe-Sportfeld, idyllisch gelegen im Jenaer Paradies und erst vor kurzer Zeit vollständig modernisiert, ist nicht nur die Heimat des FCC, sondern auch ein zentraler Veranstaltungsort für die gesamte Region. Dass ein Fußballclub freiwillig das Hausrecht – also die Befugnis, zu bestimmen, wer sich im Stadion aufhalten darf und wer nicht – an die Kommune abtreten will, ist ein ungewöhnlicher Vorgang im deutschen Profifußball. Normalerweise pochen Vereine auf ihre Autonomie.

Hinter diesem Schritt vermuten Beobachter vor allem pragmatische Gründe im Bereich der Sicherheitspolitik. Wenn die Stadt Jena das offizielle Hausrecht innehat, verschieben sich die juristischen Kompetenzen. Maßnahmen wie Betretungsverbote oder die Durchsetzung der Stadionordnung könnten dann direkter in die Hände der Ordnungsbehörden und der Polizei übergehen. Dies wäre besonders bei sogenannten Hochrisikospielen – etwa bei den emotional aufgeladenen Thüringen-Derbys – von strategischer Bedeutung. Der Verein könnte sich damit aus der direkten Schusslinie bei Konflikten nehmen und die Verantwortung auf die breiteren Schultern der Verwaltung verteilen.

Sicherheit und Verantwortung im Fokus

Die Diskussion um die Sicherheit im Fußball ist in Thüringen ein Dauerbrenner. Das neue Ernst-Abbe-Sportfeld bietet zwar moderne Sicherheitsstandards, doch die organisatorische Last für den Verein ist immens. Durch eine Übertragung des Hausrechts könnte eine engere Verzahnung zwischen dem Sicherheitsdienst des Vereins und dem städtischen Ordnungsdienst sowie der Polizei ermöglicht werden.

Für die Stadt Jena bedeutet dieser Vorstoß eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Einerseits würde die Kommune mehr Kontrolle über das Geschehen im städtischen Eigentum (das Stadion wird von einer Betreibergesellschaft verwaltet, an der die Stadt beteiligt ist) erhalten. Andererseits wächst damit auch die politische Verantwortung für jeden Vorfall, der sich an Spieltagen ereignet. Kritische Stimmen aus der Fanszene dürften diesen Schritt genau beobachten, da eine „Verbehördlichung“ des Stadionerlebnisses in der aktiven Fanszene oft skeptisch gesehen wird.

Wie geht es weiter?

Noch ist die Übertragung nicht in trockenen Tüchern. Es bedarf vermutlich noch rechtlicher Prüfungen und einer Zustimmung der städtischen Gremien. Es bleibt abzuwarten, wie der Stadtrat auf das Angebot des FCC reagiert und welche konkreten Bedingungen an einen solchen Wechsel des Hausrechts geknüpft wären.

Wir bleiben an diesem Thema dran und informieren Sie, sobald es offizielle Stellungnahmen seitens der Stadtverwaltung oder weitere Details vom Verein gibt.


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