Das Wichtigste in Kürze
- Trennung vollzogen: Der FC Carl Zeiss Jena und Offensivspieler Kay Seidemann haben den Vertrag einvernehmlich aufgelöst.
- Hintergründe: Massive Fan-Proteste aufgrund seiner Erfurter Vergangenheit und zuletzt disziplinarische Probleme führten zum Aus.
- Zukunft: Seidemann steht laut Medienberichten vor einem Wechsel zum Liga-Konkurrenten BSG Chemie Leipzig.
Jena. Es ist das Ende eines Missverständnisses, das von Beginn an unter keinem guten Stern stand. Was sich in den vergangenen Wochen bereits durch fehlende Trainingsteilnahmen und Suspendierungen angedeutet hatte, ist nun Gewissheit: Der FC Carl Zeiss Jena und Kay Seidemann gehen ab sofort getrennte Wege. Damit zieht der Regionalligist einen Schlussstrich unter eine Personalie, die den Verein fast anderthalb Jahre lang in Atem hielt und die Fanszene spaltete.
Ein Transfer mit Brisanz: Die Hypothek der Vergangenheit
Als Kay Seidemann im Sommer 2024 an die Kernberge wechselte, war die Skepsis groß. Der Grund lag nicht in seinen sportlichen Fähigkeiten, sondern in seiner Biografie. Seidemann hatte zuvor für den Erzrivalen Rot-Weiß Erfurt gespielt und sich in dieser Zeit abfällig über den FC Carl Zeiss Jena geäußert – ein Umstand, den ihm Teile der aktiven Fanszene, insbesondere in der Südkurve, nie verziehen haben.
Die Situation im Ernst-Abbe-Sportfeld nahm zeitweise bizarre Züge an. Während die Ultras den eigenen Spieler ablehnten und ihm nach Siegen verwehrten, mit der Mannschaft vor der Kurve zu feiern, reagierten andere Teile des Stadions mit demonstrativen Solidaritätsbekundungen. Diese interne Zerrissenheit belastete das Umfeld des Vereins spürbar, auch wenn Seidemann sportlich zunächst lieferte: In 24 Einsätzen gelangen ihm zehn Treffer und fünf Vorlagen.
Sportlicher Absturz und Disziplinlosigkeiten
Doch das Blatt wendete sich drastisch. Seit dem vergangenen Sommer ging die Formkurve des 25-Jährigen steil bergab, begleitet von zunehmenden Problemen abseits des Platzes. Berichten zufolge fehlte der Mittelfeldspieler immer häufiger im Training. Die Situation eskalierte soweit, dass Sportdirektor Miroslav Jovic persönlich eingreifen musste, um den Spieler teilweise von zu Hause abzuholen.
Der absolute Tiefpunkt folgte zum Jahresstart: Seidemann verpasste das wichtige Trainingslager in der Türkei. Offiziell wurde mangelnde Fitness als Grund genannt. Statt unter der Sonne von Antalya zu trainieren, wurde ihm ein individuelles Aufbauprogramm in Jena verordnet. Doch auch diese Maßnahme fruchtete offenbar nicht. Anfang der Woche meldete sich der Spieler erneut krank und fehlte beim Testspiel gegen Plauen.
Einigung mit Chemie Leipzig in Sicht?
Für die Verantwortlichen um Trainer Volkan Uluc und Sportdirektor Jovic war das Maß nun voll. Die vorzeitige Vertragsauflösung war die logische Konsequenz, um Ruhe in den Verein zu bringen und den Fokus wieder voll auf das Sportliche zu richten.
Für Seidemann scheint das Kapitel Regionalliga Nordost jedoch noch nicht beendet zu sein. Wie die „Bild“ berichtet, steht der Offensivmann bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit einem Ligakonkurrenten: Die BSG Chemie Leipzig soll großes Interesse an einer Verpflichtung haben. Für den FC Carl Zeiss Jena bedeutet dieser Schritt vor allem eines: Das Ende einer dauerhaften Unruhequelle.
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