EC2U-Allianz: Jena formuliert Europas Bildungsagenda

Jena, 23. März 2026. Die Friedrich-Schiller-Universität (FSU) und die Stadtverwaltung Jena erarbeiten derzeit einen ambitionierten Masterplan für mehr Bildungsgerechtigkeit in Europa. Die im Rahmen eines lokalen Think Tanks gesammelten Erkenntnisse sollen als sogenannte „Jena-Empfehlungen“ im Mai 2026 auf dem EC2U-Gipfel an die EU-Kommission übergeben werden.

  • Initiative: Lokaler Think Tank der EC2U-Allianz zur Bildungsgerechtigkeit
  • Akteure: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Stadtverwaltung, Zivilgesellschaft
  • Zielsetzung: Erarbeitung konkreter „Jena-Empfehlungen“ für die EU-Kommission
  • Meilenstein: EC2U-Gipfel im Mai 2026
  • Lokale Praxis-Beispiele: „Probierladen“ (Smart City Jena), VHS-Kurse „Deutsch im Alltag“, Uni-Zertifikat „iKomPass“

Vom lokalen Think Tank zur europäischen Strategie

Unter dem Leitsatz „Gleicher und universeller Zugang zu Bildung“ arbeitet ein Bündnis aus Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft an praktikablen Lösungen, um digitale und kulturelle Gräben in europäischen Mittelstädten zu schließen. Die in Jena gewonnenen Daten und Strategien werden in den kommenden Wochen intensiv mit den Ergebnissen ähnlicher Veranstaltungen aus den europäischen Partnerstädten Coimbra, Linz und Salamanca abgeglichen. Aus dieser Zusammenarbeit formt sich schließlich die Agenda „Europas Zukunft durch hochwertige Bildung gestalten“.

Digitale Kompetenz als Schlüssel zur Teilhabe

Ein wesentliches Ergebnis der Jenaer Arbeitsgruppe verdeutlicht, dass eine moderne Bildungsdemokratie mehr benötigt als reine Hardware. Entscheidend sei vielmehr der niedrigschwellige Zugang zum Erwerb digitaler Fähigkeiten. Als europaweites Vorbild dient hierbei der Jenaer „Probierladen“ aus dem aktuellen SmartCity-Projekt. Die Einrichtung ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern, abseits eines formalen akademischen Umfelds neue Technologien in der Praxis kennenzulernen und auszuprobieren.

Nach Ansicht von Experten bieten derart lokal verankerte Erfolgsmodelle einen skalierbaren Rahmen für andere Mitglieder der Universitäts-Allianz, wie etwa Pavia in Italien oder Iași in Rumänien. Ein besonderes Augenmerk der Jenaer Konzepte liegt zudem auf der Überwindung des wachsenden Stadt-Land-Gefälles: Durch mobile digitale Angebote sollen künftig auch Lernende in ländlichen Regionen besser erreicht werden. Die EC2U-Allianz fungiert in diesem Kontext als reales Labor für Open-Source-Lösungen und Strategien zur digitalen Souveränität.

Kulturelle Brücken bauen durch Sprache

Neben der fortschreitenden Digitalisierung betont der Think Tank, dass Bildungsgerechtigkeit ohne begleitende soziale Inklusion nicht realisierbar sei. Dabei spielen Sprach- und Kulturkompetenzen eine übergeordnete Rolle. Mehrsprachigkeit dürfe kein rein akademisches Privileg bleiben, sondern müsse als grundlegendes Werkzeug für die gesellschaftliche Teilhabe verstanden werden.

In Jena gelten die praxisorientierten Kurse „Deutsch im Alltag“ der örtlichen Volkshochschule bereits als Standard für gelungene Integration, da sie den Fokus gezielt auf soziale Netzwerke und reale Alltagssituationen legen. Aber auch innerhalb der universitären Strukturen geht Jena voran: Das eigene Zertifikatsprogramm „iKomPass“, welches die interkulturelle Kompetenz von Mitarbeitenden systematisch fördert, wurde im Rahmen der Strategiefindung lobend hervorgehoben.

Hintergrund: Die EC2U-Allianz und Jena als Bildungsstandort

Die European Campus of City-Universities (EC2U) ist eine multikulturelle und mehrsprachige Universitätsallianz, die durch eine enge Kooperation der wissenschaftlichen Einrichtungen mit den jeweiligen Stadtverwaltungen geprägt ist. Ziel ist die Schaffung eines offenen europäischen Raums für Mobilität und kontinuierlichen Wissensaustausch.

Jena bringt als traditionelle Lichtstadt ideale Voraussetzungen in dieses Netzwerk ein. Die Historie der Stadt, stark verwurzelt in den visionären Ideen von Ernst Abbe und Carl Zeiss zur Förderung der gesellschaftlichen Bildung, spiegelt sich heute in der engen Verzahnung von Hightech-Forschung, starker Zivilgesellschaft und innovativen Stadtentwicklungsprojekten wider. Diese lokalen Stärken sollen nun helfen, gesamteuropäische Herausforderungen zu meistern.


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