Solidarität in der Saalestadt: Hunderte bei Rojava-Demonstration in Jena

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ereignis: Solidaritäts-Demonstration in der Jenaer Innenstadt
  • Teilnehmer: Mehrere hundert Personen
  • Anlass: Angriffe auf die Region Rojava (Nord-Ost-Syrien)
  • Besonderheit: Eine Jenaer Delegation befindet sich auf der Reise in das Krisengebiet

Jena (07.02.2026) – Ein deutliches Zeichen der internationalen Solidarität wurde am vergangenen Samstag in den Straßen von Jena gesetzt. Mehrere hundert Teilnehmer versammelten sich, um lautstark auf die prekäre Lage in der kurdisch geprägten Region Rojava in Nord-Ost-Syrien aufmerksam zu machen. Parallel zu den Protesten vor Ort wagen junge Aktivisten aus der Saalestadt eine Reise direkt in das Krisengebiet.

Lauter Protest gegen militärische Eskalation

Die Jenaer Innenstadt wurde am vergangenen Wochenende erneut zur Bühne politischen Engagements. Nach Angaben der Veranstalter und Beobachter folgten mehrere hundert Menschen dem Aufruf zur Demonstration. Der Protestzug bewegte sich lautstark durch das Zentrum, begleitet von Bannern, Flaggen und Sprechchören. Im Fokus der Kundgebung standen die anhaltenden militärischen Angriffe auf die Autonome Administration von Nord- und Ostsyrien, allgemein bekannt als Rojava.

Die Demonstrierenden kritisierten die Destabilisierung der Region, die nicht nur die dortige Infrastruktur, sondern vor allem die Zivilbevölkerung massiv bedrohe. In Redebeiträgen wurde auf die humanitäre Krise hingewiesen und ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen gefordert. Für Jena, eine Stadt mit einer traditionell starken und gut vernetzten Zivilgesellschaft, sind derartige Kundgebungen Ausdruck eines lebendigen demokratischen Diskurses, der auch vor komplexen geopolitischen Themen nicht Halt macht.

Jenaer Delegation auf dem Weg ins Krisengebiet

Während in Jena die Fahnen geschwenkt wurden, gingen einige junge Aktivisten aus der Stadt einen entscheidenden Schritt weiter. Wie am Rande der Demonstration bekannt wurde, befindet sich derzeit eine Delegation junger Jenaerinnen und Jenaer auf dem Weg direkt in die Region Rojava. Ziel dieser riskanten Unternehmung ist es, internationale Aufmerksamkeit für die Bedrohungslage der dortigen Bevölkerung zu generieren.

Reisen in diese Konfliktzone sind logistisch hochkomplex und mit erheblichen Sicherheitsrisiken verbunden. Dass sich eine Gruppe junger Menschen aus Thüringen dennoch dazu entschließt, diesen Weg auf sich zu nehmen, unterstreicht die tiefe Verbundenheit Teile der Jenaer Szene mit dem demokratischen Projekt in Nord-Ost-Syrien. Die Aktivisten wollen vor Ort als Augenzeugen berichten und vermutlich auch ein Zeichen moralischer Unterstützung an die Menschen vor Ort senden, die oft unter dem Gefühl internationaler Isolation leiden.

Hintergrund: Die Situation in Rojava

Um die Motivation der Jenaer Demonstranten zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Hintergründe: Rojava ist ein De-facto-autonomes Gebiet in Nord- und Ostsyrien. Es erlangte weltweite Bekanntheit durch den Kampf der dortigen Kräfte (vor allem der YPG/YPJ) gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS). Das dort etablierte Gesellschaftsmodell basiert auf Basisdemokratie, Geschlechtergerechtigkeit und ökologischen Prinzipien, was ihm besonders in linken und humanitären Kreisen Europas große Sympathien einbringt.

Die Region steht jedoch unter konstantem militärischen Druck, insbesondere durch die Türkei, die in der kurdischen Selbstverwaltung an ihrer Grenze eine Sicherheitsbedrohung sieht. Die Proteste in Jena richten sich primär gegen Luftschläge und militärische Operationen, die die Versorgungsinfrastruktur – wie Wasser- und Elektrizitätswerke – und Wohngebiete treffen. Die Demonstranten in Jena sehen es als ihre Pflicht an, diese oft als „vergessener Konflikt“ bezeichnete Auseinandersetzung zurück in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Fazit

Die Demonstration am vergangenen Samstag hat gezeigt, dass globale Konflikte auch in der Thüringer Kommunalpolitik und im Stadtleben ihren Widerhall finden. Die Entsendung einer Delegation hebt das Engagement dabei auf eine neue Stufe. Es bleibt abzuwarten, welche Berichte die Aktivisten nach ihrer Rückkehr aus dem Krisengebiet in die Saalestadt mitbringen werden.


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