Zelluloid als Waffe: Die Gründung der DEFA im Mai 1946 und ihr kulturelles Erbe

Potsdam/Jena, 14.03.2026 – Im Mai 1946 legte die Gründung der Deutschen Film-AG (DEFA) den Grundstein für die staatlich gelenkte Filmproduktion in der damaligen sowjetischen Besatzungszone. Das Kino wurde zum zentralen Instrument, um eine von den Folgen des Zweiten Weltkriegs gezeichnete Gesellschaft neu zu orientieren.

  • Ereignis: Gründung der Deutschen Film-AG (DEFA)
  • Datum: 17. Mai 1946
  • Ort: Filmstudios in Potsdam-Babelsberg
  • Erste Produktion: „Die Mörder sind unter uns“ (1946)
  • Historische Bedeutung: Erste staatliche Filmgesellschaft im Nachkriegsdeutschland mit dem Ziel der gesellschaftlichen und politischen Neuorientierung.

Film als Instrument des gesellschaftlichen Neuaufbaus

Der Mai 1946 markierte einen entscheidenden kulturpolitischen Schritt im Osten Deutschlands. Die sowjetische Militäradministration und die neu entstehenden politischen Strukturen erkannten früh die Macht bewegter Bilder. Film galt als das wirkungsvollste Medium, um Emotionen zu wecken, Geschichten zu erzählen und die Bevölkerung nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur politisch neu auszurichten. Mit der offiziellen Gründung der DEFA in den traditionsreichen Studios in Babelsberg entstand das Fundament der späteren DDR-Kinolandschaft.

Antifaschismus als zentraler Deutungsrahmen

Die DEFA erhielt von Beginn an einen klaren bildungspolitischen Auftrag: Die filmische Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit. Der Antifaschismus wurde zum dominierenden Motiv der frühen Nachkriegsjahre. Themen wie Widerstand, persönliche Schuld und moralischer Neubeginn standen im Fokus der Produktionen. Diese sollten den Bruch mit dem Nationalsozialismus sichtbar machen und die ideologische Basis für eine neue Gesellschaftsordnung schaffen.

Bereits im Gründungsjahr 1946 entstand mit Wolfgang Staudtes Werk „Die Mörder sind unter uns“ einer der ersten deutschen Nachkriegsfilme überhaupt. Die Handlung, die im zerstörten Berlin spielte, verknüpfte das Schicksal eines Arztes mit der drängenden Frage nach der Verantwortung für Kriegsverbrechen.

Hintergrund: Politische Kontrolle und popkulturelles Erbe in Thüringen

Obwohl die Filmproduktion zentral in Babelsberg stattfand, prägte die DEFA den kulturellen Alltag in der gesamten DDR maßgeblich – so auch in Jena. Lichtspielhäuser wie das ehemalige „Capitol“ in der Jenaer Innenstadt zeigten über Jahrzehnte hinweg die produzierten Spielfilme, Dokumentationen und die bis heute populären Märchenfilme. Dabei standen Themen und Drehbücher stets unter strenger politischer Beobachtung der SED-Führung. Film sollte nicht nur unterhalten, sondern die sozialistische Gesellschaftsvorstellung aktiv formen. Bis zur Wiedervereinigung entstanden bei der DEFA rund 700 Spielfilme, die das kollektive Gedächtnis mehrerer Generationen nachhaltig beeinflusst haben.


Quelle:

Mai 1946: Zelluloid als Waffe – Die Gründung der DEFA – Cool’is im Osten


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