Verlust bei Carl Zeiss Meditec: Jenaer Traditionskonzern spürt Gegenwind aus China

Kurz & Knapp: Die Fakten

  • Unternehmen: Carl Zeiss Meditec AG (Jena)
  • Ergebnis Q1: 4,9 Millionen Euro Verlust (nach Steuern)
  • Vergleichszeitraum: Vorjahr noch 15,7 Millionen Euro Gewinn
  • Ursachen: Schwacher Absatz in China, Währungseffekte (US-Dollar)
  • Ausblick: Jahresprognose wackelt, Update folgt am 12. Mai

Jena (21.02.2026) – Wenn in Jena der Name Zeiss fällt, geht es meist um Innovation, Wachstum und die stolze Geschichte der Lichtstadt. Doch die aktuellen Zahlen der Carl Zeiss Meditec AG sorgen für Sorgenfalten am Wirtschaftsstandort Thüringen. Erstmals seit langer Zeit muss der im MDAX gelistete Konzern einen Quartalsverlust vermelden.

Rote Zahlen statt gewohntem Wachstum

Für die erfolgsverwöhnte Jenaer Wirtschaft ist es ein Dämpfer: Der Medizintechnik-Konzern Carl Zeiss Meditec ist mit einem Minus in das neue Geschäftsjahr gestartet. Unter dem Strich steht für das erste Geschäftsquartal (welches bei Zeiss bereits im Oktober begann) ein Verlust von 4,9 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres konnte das Unternehmen noch einen Gewinn von gut 15,7 Millionen Euro verbuchen.

Auch beim Umsatz zeigen die Pfeile nach unten. Die Erlöse sanken um 4,8 Prozent auf 467 Millionen Euro. Finanzvorstand Justus Felix Wehmer begründete die Entwicklung mit einem generell "schleppenden Start" sowie ungünstigen Währungseffekten, insbesondere im Geschäft mit dem US-Dollar. Doch das Hauptproblem liegt geographisch woanders.

China ändert die Spielregeln

Die größte Herausforderung für das Jenaer Unternehmen kommt derzeit aus Fernost. China ist traditionell einer der wichtigsten Märkte für Zeiss Meditec – rund ein Viertel des gesamten Umsatzes wird im "Reich der Mitte" erwirtschaftet. Doch die dortigen Marktbedingungen haben sich drastisch gewandelt.

Besonders betroffen ist das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien für die Augenheilkunde, konkret künstliche Linsen, die zur Behandlung des Grauen Stars (Katarakt) eingesetzt werden. Im chinesischen öffentlichen Gesundheitswesen werden Aufträge zunehmend über zentrale Ausschreibungen vergeben, bei denen heimische chinesische Anbieter strukturelle Vorteile genießen. Für ausländische Spezialisten wie die Thüringer wird die Luft dort dünner.

Folgen für den Standort Jena?

Die Reaktion des Konzerns auf diese protektionistische Wirtschaftspolitik könnte auch Auswirkungen auf die Struktur des Unternehmens haben. Um den Zugang zum riesigen chinesischen Markt nicht zu verlieren, plant Zeiss Meditec, Entwicklung und Produktion verstärkt direkt nach China zu verlagern. Das Unternehmen betreibt dort bereits zwei Fertigungsstätten.

Für die Belegschaft in Deutschland und speziell am Hauptsitz in Jena wirft das Fragen auf. Ob und in welchem Umfang die Neuausrichtung Arbeitsplätze in Thüringen gefährden könnte, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht entschieden. Klar ist jedoch: Der globale Wettbewerb zwingt auch Traditionsunternehmen zu schmerzhaften Anpassungen. Bis Mai will der Vorstand weitere Entscheidungen zur strategischen Ausrichtung treffen.

Ausblick: Prognose wird angepasst

Angesichts der aktuellen Zahlen und der anhaltenden Marktunsicherheiten hat der Vorstand die Erwartungen gedämpft. Das ursprüngliche Umsatzziel von rund 2,3 Milliarden Euro für das laufende Geschäftsjahr wird voraussichtlich nicht mehr erreicht werden können. Neben der China-Schwäche führen auch allgemein zurückhaltende Investitionen der Kunden zu dieser Einschätzung.

Aktionäre und Mitarbeiter blicken nun gespannt auf den 12. Mai. Dann will das Unternehmen eine aktualisierte Prognose für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr vorlegen. Für Jena bleibt zu hoffen, dass es sich hierbei nur um eine temporäre Delle in der Erfolgsgeschichte der Optik-Industrie handelt.

Wir halten Sie über die weiteren Entwicklungen bei einem der wichtigsten Arbeitgeber der Region auf dem Laufenden.


Quelle:

Thüringer Traditionsunternehmen in den roten Zahlen – die Gefahr kommt aus China


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