Kurz & Kompakt: Die Fakten
- Wer: FC Carl Zeiss Jena und Mittelfeldspieler Kay Seidemann (25).
- Was: Einvernehmliche Vertragsauflösung mit sofortiger Wirkung.
- Wann: Offizielle Bestätigung erfolgte Ende Januar.
- Grund: Anhaltende Fan-Proteste, fehlende Fitness und disziplinarische Themen.
- Folgen: Seidemann steht vor einem Wechsel zu Chemie Leipzig.
Jena. Es war eine Beziehung, die von Anfang an unter einem schwierigen Stern stand und nun ihr unvermeidliches Ende gefunden hat. Der FC Carl Zeiss Jena hat einen Schlussstrich unter die Personalie Kay Seidemann gezogen. Wie der Verein aus dem Paradies bestätigte, wurde der Vertrag des 25-jährigen Offensivspielers in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Damit endet nach rund anderthalb Jahren ein Kapitel, das weniger durch sportliche Konstanz als durch ständige Unruhe neben dem Platz geprägt war.
Ein Transfer mit Hypothek: Die Schatten der Vergangenheit
Als Kay Seidemann im Sommer 2024 an die Kernberge wechselte, war die Skepsis groß. Der Grund lag in seiner sportlichen Vita: Seidemann hatte zuvor das Trikot des Erzrivalen Rot-Weiß Erfurt getragen. Im Thüringer Fußball ist der direkte Weg zwischen Erfurt und Jena selten ein einfacher, doch im Fall Seidemann wog die Vergangenheit besonders schwer.
Der Spieler hatte sich in seiner Zeit bei den Blumenstädtern in den sozialen Medien und Interviews negativ über den FC Carl Zeiss Jena geäußert. Solche Aussagen vergisst die aktive Fanszene im Ernst-Abbe-Sportfeld nicht. Die Folge war eine bizarre Situation, die den Verein über Monate hinweg begleitete und belastete: Teile der organisierten Fanszene, insbesondere die Südkurve, lehnten den eigenen Spieler kategorisch ab.
Selbst nach sportlichen Erfolgen blieb dem Mittelfeldspieler der Gang in die Kurve verwehrt. Während die Mannschaft feierte, musste Seidemann Abstand halten. Zwar reagierten andere Teile des Stadions oft mit demonstrativen Solidaritätsbekundungen für den 25-Jährigen, doch dieser Riss durch das Publikum sorgte für einen dauerhaft angespannten Zustand, der auch an der Mannschaft nicht spurlos vorüberging.
Vom Hoffnungsträger zum Problemfall
Rein sportlich betrachtet hatte die Zusammenarbeit durchaus Potenzial gezeigt. In seiner ersten Saison lieferte Seidemann beeindruckende Zahlen: In 24 Einsätzen erzielte er zehn Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor. Er bewies, dass er sportlich eine Verstärkung für den Regionalligisten sein konnte. Doch die Hoffnung, dass Leistung die Wogen glätten würde, erfüllte sich nicht dauerhaft.
Seit dem vergangenen Sommer zeigte die Formkurve und vor allem die Professionalität steil nach unten. Berichten zufolge fehlte Seidemann immer häufiger im Training. Die Situation eskalierte so weit, dass Sportdirektor Miroslav Jovic persönlich eingreifen musste. Jovic holte den Spieler teilweise von zu Hause ab, um sicherzustellen, dass dieser zum Training erschien – eine Maßnahme, die im Profifußball alles andere als alltäglich ist.
Das Ende mit Ansage
Der endgültige Bruch deutete sich Anfang dieses Jahres an. Seidemann verpasste das wichtige Trainingslager in der Türkei. Offiziell wurde dies mit fehlender Fitness begründet. Trainer Volkan Uluc und die sportliche Leitung verordneten ihm stattdessen ein individuelles Aufbauprogramm in Jena. Doch die erhoffte Wende blieb aus.
In der Woche vor der Vertragsauflösung meldete sich der Spieler erneut krank. Beim Testspiel gegen den VFC Plauen (3:2) stand er folgerichtig nicht mehr im Kader. Für die Verantwortlichen beim FC Carl Zeiss Jena war zu diesem Zeitpunkt klar, dass eine weitere Zusammenarbeit keinen Sinn mehr ergibt. Die Auflösung des Arbeitspapiers war die logische Konsequenz, um Ruhe in den Verein zu bringen und den Fokus wieder voll auf das Sportliche zu lenken.
Wie geht es weiter?
Mit der Vertragsauflösung ist der Weg für Kay Seidemann frei für eine neue Herausforderung – fernab der aufgeheizten Thüringer Derby-Atmosphäre. Nach aktuellen Informationen steht der 25-Jährige kurz vor einer Einigung mit der BSG Chemie Leipzig. Bei dem Ligakonkurrenten könnte er versuchen, seine Karriere in ruhigerem Fahrwasser wieder in Schwung zu bringen.
Für den FC Carl Zeiss Jena bedeutet der Abgang vor allem eines: Das Ende einer ständigen Unruhequelle. Der Fokus an den Kernbergen kann nun wieder uneingeschränkt auf den kommenden Aufgaben in der Regionalliga Nordost liegen.
Wir wünschen dem Verein und dem Spieler für die Zukunft alles Gute.
Quellen:
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