Konsequenz nach AfD-Spende: Böttcher AG trennt sich von Aufsichtsrat

Jena (30.01.) – Es ist eine Nachricht, die in der Jenaer Wirtschaftswelt für Aufsehen sorgt: Der Büromarkt-Riese Böttcher AG hat die Zusammenarbeit mit einem Mitglied seines Aufsichtsrates beendet. Wie am Donnerstag, dem 30. Januar, bekannt wurde, trennt sich das Unternehmen von Aufsichtsrat Winter. Auslöser für diesen drastischen Schritt ist nach übereinstimmenden Medienberichten, unter anderem vom MDR, eine getätigte Großspende an die AfD.

Reaktion auf politische Positionierung

Die Böttcher AG, die ihren Hauptsitz im Jenaer Umland in Zöllnitz hat und zu den wachstumsstärksten Arbeitgebern der Region zählt, reagiert damit offenbar auf die öffentliche Debatte um Unternehmenswerte und politische Neutralität. Während Details zur Höhe der Spende oder den genauen internen Abläufen zunächst vertraulich blieben, sendet die AG mit der Personalentscheidung ein deutliches Signal. In der Universitätsstadt Jena, die sich traditionell als weltoffen und wissenschaftsorientiert präsentiert, werden Verbindungen von Wirtschaftsakteuren zu politischen Rändern oft sensibel beobachtet.

Bedeutung für den Standort Jena

Für den Wirtschaftsstandort Jena ist die Böttcher AG ein Schwergewicht. Vom einstigen kleinen Copy-Shop hat sich das Unternehmen unter Gründer Udo Böttcher zu einem der führenden E-Commerce-Akteure für Bürobedarf in Deutschland entwickelt. Solche Personalentscheidungen auf Führungsebene sind daher mehr als nur interne Vorgänge – sie sind ein Statement zur Unternehmenskultur.

  • Unternehmen: Böttcher AG (Sitz: Zöllnitz bei Jena)
  • Betroffene Person: Aufsichtsrat Winter
  • Hintergrund: Großspende an die AfD
  • Quelle: Berichte u.a. des MDR am 30. Januar

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Neubesetzung des Postens gestalten wird und ob das Unternehmen sich in den kommenden Tagen noch ausführlicher zu seinen Compliance-Richtlinien bezüglich politischen Engagements äußern wird. Klar ist jedoch: Die Entscheidung vom 30. Januar zeigt, dass wirtschaftliches Handeln und politische Haltung in der heutigen Zeit kaum noch voneinander zu trennen sind.