- Ort: Jena, Kreuzung Fürstengraben / Bibliotheksweg
- Betroffener Baum: Blutbuche (ca. 150 Jahre alt)
- Ursache: Starker Pilzbefall und morsches Holz
- Maßnahme: Fällung beantragt
Jena. Es ist ein herber Verlust für das grüne Gesicht der Jenaer Innenstadt. Wer den Fürstengraben entlangschlendert oder in den Bibliotheksweg einbiegt, kennt sie: Die majestätische Blutbuche, die mit ihrer ausladenden, rötlichen Krone seit rund eineinhalb Jahrhunderten über die Kreuzung wacht. Doch die Tage dieses Naturdenkmals sind gezählt.
Diagnose: Pilzbefall im fortgeschrittenen Stadium
Wie das Team des Botanischen Gartens Jena bekannt gab, hat der Baum sein biologisches Lebensende erreicht. Trotz der imposanten Erscheinung, die der Baumriese nach außen hin noch immer bietet, sieht es im Inneren kritisch aus. Eine eingehende fachliche Prüfung hat bestätigt, was Experten bereits befürchtet hatten: Ein Pilzbefall hat das Holz der Buche massiv angegriffen und morsch werden lassen.
Solche Infektionen sind bei Stadtbäumen diesen Alters keine Seltenheit. Pilze zersetzen das Lignin oder die Zellulose im Stamm, was die Stabilität drastisch reduziert. Gerade an einer so stark frequentierten Stelle wie dem Fürstengraben, wo täglich Tausende Fußgänger und Fahrzeuge unterwegs sind, duldet die Verkehrssicherungspflicht keinen Aufschub.
Eine schwere Entscheidung für den Botanischen Garten
Die Entscheidung, sich von dem Wahrzeichen zu trennen, ist den Verantwortlichen keinesfalls leichtgefallen. Bäume dieser Dimension sind nicht nur Sauerstoffspender und Schattenspender in heißen Jenaer Sommern, sie sind auch Zeitzeugen der Stadtgeschichte. Diese spezielle Buche hat das Kaiserreich, die Weltkriege und die Wendezeit überdauert.
Dennoch hat das Team des Botanischen Gartens nun offiziell die Fällung beantragt. Die Sicherheit der Passanten und des Verkehrs hat in diesem Fall absolute Priorität. Wann genau die Sägen anrücken, hängt nun vom genehmigungsrechtlichen Ablauf ab, dürfte aber zeitnah erfolgen, um Gefährdungen auszuschließen.
Herausforderung Stadtbaum
Der Verlust der Blutbuche reiht sich ein in die wachsenden Herausforderungen für das städtische Grün. Zunehmende Trockenheit, verdichtete Böden und Schädlinge setzen alten Baumbeständen in ganz Thüringen zu. Wenn ein solcher Riese fällt, entsteht zunächst eine schmerzhafte Lücke im Stadtbild – doch es bietet sich oft auch die Chance, an gleicher oder naher Stelle mit klimaresistenteren Neupflanzungen den Grundstein für die nächsten 150 Jahre zu legen.
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