Jena (29.05.) – Es ist eine Nachricht, die in der Sicherheitsarchitektur der Saalestadt aufhorchen lässt. Bei der Berufsfeuerwehr Jena steht eine bedeutende Veränderung an, die jedoch einen ungewöhnlichen Dreh hat. Ralf Hertig, ein langjähriges und bekanntes Gesicht der Jenaer Brandschützer, beendet seine bisherige Funktion. Dies geht aus aktuellen Berichten hervor. Doch wer nun einen endgültigen Abschied und den wohlverdienten Ruhestand vermutet, irrt. Hertig bleibt der Feuerwehr erhalten – in einer Rolle, die vor allem eines beweist: Leidenschaft für den Dienst am Nächsten.
Ein ungewöhnlicher Schritt am Anger
Personalwechsel in Führungspositionen oder an sichtbaren Stellen im öffentlichen Dienst sind in Jena keine Seltenheit. Dass jedoch jemand eine verantwortungsvolle Position aufgibt, um weiterhin aktiv in der Mannschaft oder im operativen Geschäft tätig zu bleiben, ist ein Schritt, der Respekt verdient. Wie der MDR berichtet, hört Ralf Hertig in seiner jetzigen Funktion auf, bleibt jedoch Feuerwehrmann. Diese Entscheidung sichert der Berufsfeuerwehr Jena, die ihre Hauptwache zentral am Anger hat, weiterhin wertvolle Expertise.
Gerade in einem so komplexen Einsatzgebiet wie Jena ist Erfahrung durch nichts zu ersetzen. Die Berufsfeuerwehr der Lichtstadt steht täglich vor vielfältigen Herausforderungen. Das Einsatzspektrum reicht weit über das klassische Löschen von Bränden hinaus:
- Technische Hilfeleistung: Oft müssen die Kameraden zu Verkehrsunfällen ausrücken, insbesondere auf der viel befahrenen und unfallträchtigen Autobahn 4, die das Stadtgebiet tangiert.
- Gefahrenlagen in der Industrie: Mit Unternehmen wie Carl Zeiss oder Jenoptik sowie dem Universitätsklinikum gibt es im Stadtgebiet sensible Bereiche, die spezielles Know-how im Gefahrenschutz erfordern.
- Landschaftliche Besonderheiten: Die Lage im Saaletal und die steilen Muschelkalkhänge erfordern oft auch Einsätze in schwierigem Gelände.
Kontinuität für die Sicherheit der Stadt
Dass ein erfahrener Feuerwehrmann wie Hertig dem Team erhalten bleibt, ist für die Sicherheit der Bürger ein positives Signal. In einer Zeit, in der viele Bereiche des öffentlichen Dienstes mit Nachwuchssorgen oder dem Verlust von Wissen durch Pensionierungswellen kämpfen, ist dieser Verbleib ein Gewinn für die Truppe. Die Kameradschaft und das blinde Vertrauen, das im Einsatzgeschehen zwischen den Kollegen herrschen muss, wachsen über Jahre. Wenn etablierte Kräfte an Bord bleiben, erleichtert dies auch die Einarbeitung jüngerer Generationen, die in der Feuerwache Süd oder am Anger ihren Dienst antreten.
Fazit
Ralf Hertig mag eine spezifische Position aufgeben, doch sein Herz schlägt offensichtlich weiter für die Feuerwehr Jena. Für die Stadtgesellschaft und die Kollegen ist es eine gute Nachricht, dass so viel Erfahrung nicht einfach durch die Drehtür verschwindet, sondern weiterhin dort eingesetzt wird, wo es darauf ankommt: im Dienst für die Sicherheit Jenas.