Verkehrsunfall in Jena: Auto kracht direkt in Späti-Verkaufsraum

Jena (18.12.) – Ein heftiger Knall und klirrende Scheiben haben am Mittwochmorgen für einen erheblichen Schreckmoment in Jena gesorgt. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtet, ereignete sich im Stadtgebiet ein ungewöhnlicher und gefährlicher Verkehrsunfall: Ein Personenkraftwagen ist direkt in einen sogenannten „Späti“ gekracht.

Für die Anwohner und Passanten bot sich ein Bild der Verwüstung. Dass Autos von der Fahrbahn abkommen, ist im dichten Jenaer Stadtverkehr leider keine Seltenheit, doch dass ein Fahrzeug die bauliche Barriere zum Gehweg überwindet und unmittelbar in einem Ladenlokal zum Stehen kommt, stellt eine absolute Ausnahme dar. Die Einsatzkräfte waren schnell vor Ort, um die Unfallstelle abzusichern.

Polizei ermittelt zur Unfallursache

Aktuell sind die genauen Hintergründe, die zu diesem Kontrollverlust führten, noch Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. In solchen Fällen prüfen die Beamten routinemäßig verschiedene Szenarien:

  • Medizinische Notfälle am Steuer, die zu einer Ohnmacht oder krampfartigen Reaktionen führen können.
  • Technisches Versagen am Fahrzeug, etwa im Bereich der Bremsanlage oder Lenkung.
  • Ein Verwechseln von Gas- und Bremspedal, was gerade bei Automatikfahrzeugen beim Ein- oder Ausparken vorkommen kann.

Unabhängig von der Ursache ist der entstandene Sachschaden beträchtlich. Neben dem stark beschädigten Fahrzeug dürfte vor allem die Zerstörung der Schaufensterfront und des Inventars des Spätverkaufs finanziell schwer wiegen. Oftmals muss bei solchen Kollisionen auch ein Statiker hinzugezogen werden, um sicherzustellen, dass die Gebäudestruktur durch den Aufprall nicht nachhaltig beeinträchtigt wurde.

Schock für die Jenaer „Späti-Kultur“

In einer Studentenstadt wie Jena haben die Spätverkaufsstellen, liebevoll „Spätis“ genannt, einen besonderen Stellenwert. Sie sind nicht nur Versorgungsstationen für den schnellen Einkauf am Abend, sondern oft auch soziale Treffpunkte in den Kiezen – sei es im Damenviertel, in der Wagnergasse oder in Lobeda. Dass ein solcher Ort der Begegnung nun Schauplatz eines Verkehrsunfalls wurde, sorgt in der Saalestadt für Gesprächsstoff.

Glück im Unglück ist oft der Zeitpunkt: Hätte sich ein solcher Vorfall in den belebten Abendstunden ereignet, wenn sich zahlreiche Studierende und Anwohner vor und in den Läden aufhalten, wären die Folgen kaum auszudenken gewesen. So bleibt vorerst der materielle Schaden und der Schock für den Betreiber des Ladens, der nun vor den Aufräumarbeiten und der bürokratischen Abwicklung mit den Versicherungen steht.

Die Polizei wird voraussichtlich in den kommenden Tagen weitere Details zum Unfallhergang veröffentlichen, sobald die Spurensicherung und die Befragung möglicher Zeugen abgeschlossen sind.