Jena, 27. März 2026 – Die Kunstsammlung Jena eröffnet am heutigen Freitag eine neue, provokante Ausstellung. Der bekannte und teils umstrittene deutsche Gegenwartskünstler Jonathan Meese widmet sich in einer umfangreichen Schau dem Komponisten Richard Wagner – mit einer rohen Mischung aus Bewunderung und radikaler Punk-Ästhetik.
- Was: Ausstellung „Jonathan Meese“ (Hommage an Richard Wagner)
- Wann: Eröffnung am Freitag, 27. März 2026
- Wo: Kunstsammlung Jena
- Inhalt: Gemälde, Zeichnungen, Installationen, Bühnenentwürfe
Geballte Wagner-Kraft in Rot und Schwarz
Für Jonathan Meese ist Richard Wagner nach eigenen Angaben „der größte Künstler aller Zeiten“. Dennoch erwartet die Besucher in Jena keine klassisch-romantische Huldigung. Das Museum hat dem 56-jährigen Künstler für die Gestaltung der Räumlichkeiten eine „Carte Blanche“, also völlig freie Hand, erteilt. Das Ergebnis sind großformatige Leinwände in kräftigen Farben – dominierend ist dabei Rot –, versehen mit monströs gemalten Schädeln, Figuren und markanten Signets.
Neben abstrakten Skulpturen, neu entstandenen sowie bisher unbekannten Werken, zeigt die Ausstellung auch ein Stück gescheiterter Theatergeschichte: Zu sehen sind Meeses Bühnenentwürfe und Kostüme für eine Inszenierung der Oper „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen 2016. Das Projekt wurde damals abgesagt. Meese selbst kommentiert dies im Rückblick heute lachend: Er sei damals stinkesauer gewesen, heute nur noch sauer.
Zerschreddert im Punk: Nichts für Puristen?
Die Schau in der Saalestadt versteht sich als explizite Einladung zum Diskurs. Kurator Erik Stephan betont, dass sich in die offenkundige Bewunderung des Künstlers auch eine tiefgreifende kritische Auseinandersetzung mischt. Meese nehme den Komponisten großer Helden-Opern auseinander und zerschreddere ihn „richtig im Punk“. Für klassische Wagner-Liebhaber, die eine traditionelle Aufarbeitung erwarten, dürfte diese Herangehensweise herausfordernd sein.
Meese selbst nennt seine Präsentation ein „Trommelndes Gesamtkunstwerk de Large“, das Mythen, Ideologien und Fragen der uneingeschränkten Kunstfreiheit ungeschönt in den Raum stellt.
Hintergrund: Meese und die Kunstsammlung Jena
Die Kunstsammlung Jena ist eine der zentralen Adressen für zeitgenössische und klassisch-moderne Kunst in Thüringen. Mit der Einladung von Jonathan Meese holt die Stadt einen Künstler an die Saale, der in der Vergangenheit oft für Kontroversen sorgte – etwa durch die radikale Nutzung verbotener Symbole im Rahmen der Kunstfreiheit bei seinen Performances. Die aktuelle Ausstellung unterstreicht den Anspruch des Museums, auch gesellschaftlich und historisch polarisierende Diskurse (wie das umstrittene Erbe Wagners) durch zeitgenössische Kunstwerke erleb- und diskutierbar zu machen.
Quelle:
Jena: Ausstellung von Jonathan Meese zerlegt Richard Wagner
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