Mondmission Artemis II: Jenaer Technik steuert Orion-Raumschiff

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Mission: Artemis II (NASA) – erster bemannter Mondflug seit über 50 Jahren.
  • Technologie: ASTRO APS Sternsensor (Navigation).
  • Hersteller: Jena-Optronik aus Thüringen.
  • Funktion: Orientierung anhand von Sternbildern (autonomes Tracking).
  • Geplanter Start: Frühestens am 8. Februar 2026.

Jena (31.01.2026) – Wenn in gut einer Woche die Triebwerke zünden und die Menschheit erneut den Blick in Richtung Erdtrabanten richtet, fliegt ein Stück Thüringen in der ersten Reihe mit. Die NASA-Mission Artemis II wäre ohne Präzisionstechnik aus der Saalestadt kaum denkbar.

Es ist ein historischer Moment für die Raumfahrt und ein technischer Triumph für den Standort Jena. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach den legendären Apollo-Missionen machen sich wieder Menschen auf den Weg zum Mond. Die Mission Artemis II soll Geschichte schreiben: An Bord der Orion-Kapsel befindet sich eine vierköpfige Besatzung, die sich weiter von der Erde entfernen wird als jeder Mensch vor ihnen. Damit die Astronauten in den Weiten des Alls nicht die Orientierung verlieren, vertraut die US-Raumfahrtbehörde NASA auf das Know-how von Jena-Optronik.

Das „Navi“ für den Weltraum

Das Herzstück der Thüringer Beteiligung ist der sogenannte ASTRO APS Sternsensor. Man kann sich dieses Gerät wie ein extrem hochentwickeltes Navigationssystem vorstellen, das jedoch nicht mit GPS-Satelliten, sondern mit den Sternen selbst arbeitet. Andreas Deter, Projektmanager bei Jena-Optronik, vergleicht den Sensor mit einer hochspezialisierten Kamera.

Das Prinzip klingt so simpel wie genial: Da es im Weltraum vor allem eines im Überfluss gibt – nämlich Sterne –, nutzt der Sensor diese als Fixpunkte. Ein interner Sternenkatalog ist im System hinterlegt. Der Sensor scannt den Himmel, erkennt Sternbilder und gleicht diese mit den gespeicherten Daten ab. Daraus berechnet das System in Echtzeit die genaue Ausrichtung des Raumschiffs und gibt diese Richtungssignale an den Bordcomputer weiter. Für die Erstorientierung genügen dem System aus Jena lediglich sieben Sterne; für das laufende Tracking während des Fluges reichen sogar vier der hellsten und bekanntesten Himmelskörper.

Sicherheit durch Redundanz

Der Weltraum ist kein freundlicher Ort. Mikrometeoriten und Weltraumschrott stellen eine ständige Gefahr für empfindliche Instrumente dar. Was passiert also, wenn das „Auge“ des Raumschiffs getroffen wird? Auch für dieses Szenario haben die Ingenieure aus Jena vorgesorgt. Mechanische Beschädigungen würden zwar die Funktion beeinträchtigen, doch die Sicherheit der Crew hat oberste Priorität.

Deshalb hat Jena-Optronik nicht nur einen, sondern zwei Sternsensoren im Orion-Raumschiff verbaut. Sollten wider Erwarten beide Hauptsysteme ausfallen, stehen zudem ungenauere Notsysteme zur Verfügung, die zumindest eine grobe Orientierung und Kommunikation zur Erde gewährleisten würden. Zudem betont Projektmanager Deter, dass sich das Raumschiff auf einer stabilen Bahn im Gravitationsfeld von Erde und Mond bewegt und große, katalogisierte Schrottteile weiträumig umflogen werden.

Jena als Stadt der Optik und Raumfahrt

Dass die NASA ausgerechnet auf Technik aus Jena setzt, ist kein Zufall, sondern die Fortführung einer langen Tradition. Jena gilt weltweit als „Lichtstadt“ und Zentrum der optischen Industrie. Die Wurzeln, die einst von Carl Zeiss und Ernst Abbe geschlagen wurden, tragen auch im 21. Jahrhundert Früchte. Unternehmen wie Jena-Optronik beweisen, dass die Region nicht nur in der Historie lebt, sondern an der absoluten Weltspitze der Technologie mitspielt.

Bereits beim unbemannten Testflug Artemis I im Jahr 2022 hatte sich der Sensor aus Thüringen bewährt und die vorberechneten Bahnen exakt eingehalten. Dieser Erfolg hat das Vertrauen der NASA gefestigt: Bis mindestens zur Mission Artemis V soll das Navigationssystem aus Jena fester Bestandteil des Programms bleiben.

Blick auf den Starttermin

Die Spannung steigt nun täglich. Derzeit geht die NASA davon aus, dass die Mission frühestens am 8. Februar 2026 starten kann. Wenn die Trägerrakete abhebt, werden nicht nur Raumfahrtfans weltweit den Atem anhalten, sondern auch viele Ingenieure und Techniker in Jena, die ihren Teil dazu beigetragen haben, dass die Rückkehr der Menschheit zum Mond sicher verläuft.

Wir bleiben für Sie an diesem Thema dran und berichten, sobald der genaue Starttermin fixiert ist.


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